Bühnensamt

Bild: Bühnen Samtstoff

Was ist Bühnensamt?

Samt existiert bereits seit dem 14. Jahrhundert – doch seine Herstellung wurde im Laufe der Zeit verändert und optimiert. Während ursprünglich kostbare Seidenfäden das Ausgangsmaterial des Samts bildeten, bestehen heute die meisten Samtstoffe aus Baumwolle.


Herstellung und Eigenschaften

Das Englische Wort für Samt („velvet“) bezeichnet eine von zwei Varianten bei der Samtherstellung: Für das Grundgewebe des Samts wird zunächst ein körperbindiges oder Leinengewebe gefertigt, das ein System aus Schussfäden ergänzt. Bei der zweiten Form des Samts, dem Kettsamt, werden hingegen Kettfäden in das Grundgewebe eingearbeitet. Schuss- oder Kettfäden bilden zunächst abstehende Schlaufen, die aufgeschnitten den Flor des Stoffes darstellen: feine Fäden, die senkrecht abstehen und dadurch die charakteristisch „samtige“ Textur bilden. Im Gegensatz zu Plüsch und Velours besitzt Samt jedoch einen kürzeren Flor von maximal 2-3 mm.

Dank dieses Flors absorbiert Samt sowohl Schall als auch Licht. Des Weiteren handelt es sich bei Samt um ein blickdichtes Gewebe – er ist jedoch nicht vollständig lichtundurchlässig. Hierbei handelt es sich um eine grundsätzliche Eigenschaft von Samt, die auch bei qualitativ hochwertigen Samtstoffen auftritt und keinen Mangel darstellt.


Besonderheiten von Bühnensamt

Nicht jeder Samt eignet sich für die Verwendung als Bühnensamt. In Deutschland und Österreich müssen öffentliche Veranstaltungsräume spezielle Brandschutzbestimmungen erfüllen. Darum müssen auch in solchen Räumlichkeiten verwendete Textilien eine bestimmte Brandschutzklasse ausweisen. Für Bühnensamt und andere Bühnenstoffe gilt in Deutschland die DIN 4102 B1 (schwerentflammbar), in Österreich die vergleichbare EN-13773-c1. Die Einhaltung dieser Richtlinie wird vom Hersteller durch eine spezielle Imprägnierung des Stoffes erreicht. Bei auffallend günstigen Stoffen wird für die Imprägnierung mitunter besonders billiges Branschutzmittel verwendet, das Juckreiz und Schleimhautreizungen hervorrufen kann. Um dies auszuschließen, können Händler oder Hersteller über die Verwendung von dermatologisch geprüften Produkten Auskunft geben.

Neben dem Brandschutz sollten bei der Auswahl des Bühnensamts weitere Eigenschaften des Stoffes berücksichtigt werden: So empfiehlt sich für Vorhänge und ähnliches besonders schwerer Samt, da dieser gerade hängt und bei sachgerechter Behandlung keine Knitterfalten bildet. Zudem verursacht er im Luftzug weniger Bewegungen. Das Gewicht wird in der Regel in Gramm pro laufendem Meter (lfm) angegeben; beim Vergleich sollte die Breite der Meterware beachtet werden, um das Gewicht weder zu über- noch zu unterschätzen. Als Faustregel gilt: Je größer die Fläche (zum Beispiel eines Vorhangs), desto schwerer sollte der Stoff sein.