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Bastelfilz

Bild: Bastelfilz Filzplatten

Vielseitiger Werkstoff Bastelfilz

Kinder und Erwachsene stellen die verschiedensten Dinge aus dem leicht zu verarbeitendem, 1 mm bis 3 mm dickem Material her. Der knitterarme, leicht elastische Werkstoff wird sauber zugeschnitten und anschließend gespannt, getackert oder genäht, die Kanten fransen nicht aus. Bastelfilz mit rückseitiger Klebefläche kann sofort nach Wunsch angebracht werden. Im Handel werden sowohl sortierte Bastelpakete als auch Meterware in verschiedenen Breiten sowie Zuschnitte angeboten, die sich zur Schaufensterdekoration oder zum Bespannen größerer Flächen eignen.

Nadelfilz und Wollfilz

Aufgrund unterschiedlicher industrieller Herstellungsverfahren wird zwischen Walkfilz und Nadelfilz unterschieden. Walkfilz besteht aus Schafswolle, die zu einem Vlies aufgelockert und anschließend mithilfe warmer Seifenlauge gewalkt und gepresst wird. Die Haare quellen und stellen bei der mechanischen Behandlung die Schuppen ihrer Oberflächen auf, verhaken sich unlösbar miteinander und bilden ein festes Gewirke. Im Nadelfilz können auch synthetische Fasern verarbeitet werden, die mit speziellen Maschinen mechanisch verbunden werden. Bis zu einer viertel Million Nadeln mit Widerhaken ziehen auf großen Nadelplatten die Fasern ins Gewebe und verketten diese zu einer besonders gleichmäßigen Struktur. Als Dämmstoff eingesetzt eignen sich Kunstgarne und Polyester, Hanf- und Kokosfasern werden zu Fußmatten oder Einlagen für Nagerkäfige verarbeitet. Je nach Verwendungszweck erhalten technische Filze Wasser abweisende, verrottungsfeste oder antistatische Ausrüstung, Deko- und Bastelfilz ist in lichtechten uni Farbtönen, Melange und genormten Stärken erhältlich.

Filz im Laufe der Geschichte

Die ältesten Filze stammen aus der Jungsteinzeit und wurden aus Tierhaaren hergestellt. Noch ältere Filzarbeiten mögen wohl existiert haben, doch wie alle Naturprodukte unterliegen sie dem natürlichen Zerfall. Man geht davon aus, dass ab 8000 v. Chr. systematische Produktionsverfahren bekannt waren. Ausgrabungsstätten in der Mongolei und Tibet enthielten kunstvoll gefilzte und reich verzierte Mützen, Decken und Teppiche. Nomadenvölker fertigten ebenso wetterfeste Zelte aus Filzmatten. In den Mittelmeerländern wurde ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. die Filztechnik zuerst von den Griechen, später im Römischen Reich von durchreisenden asiatischen Handelskarawanen übernommen. Im Mittelalter verbreitete sich das Handwerk in Europa, die Blütezeit der Hutmacher begann. In Norwegen erfand man gefilzte Socken mit Ledersohlen, die bis heute beliebten Hüttenschuhe. Im Zeitalter der Industrialisierung ging die Nachfrage zurück, da beheizbare Wohnungen und warme, industriell gefertigte Kleidung Gefilztes verdrängte. Das Filzen erlebte in den Notzeiten des 2. Weltkrieges eine zeitweilige Renaissance, aktuell hat sich die manuelle Herstellung und Verarbeitung von Filz zu einem beliebtem Hobby und Kunsthandwerk gewandelt.