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Baumwollstoff

Was ist Baumwollstoff?

Baumwollstoff wird aus den Samenhaaren der Baumwolle (Gossypium) hergestellt. Die Pflanze bildet längere, einige Tage nach der Blüte, auch kurze Haare aus. Die langen Haare werden zu Fäden versponnen, die kurzen für die Zelluloseproduktion genutzt. Baumwollfasern sind schleifenförmig, flach und verdreht. Von Natur aus sind sie cremig-weiß bis schmutzig grau. Es existieren auch Pflanzenvarianten, die braune oder grüne Fasern liefern. Meist werden die Fasern aber erst bei der Weiterverarbeitung eingefärbt. Baumwolle ist eine sehr lohnende Faser, da bei ihrer Aufbereitung nur etwa 10 % des Rohgewichts verloren gehen. Dies liegt daran, dass Baumwolle, im Gegensatz zu den meisten anderen Naturfasern, keine Lignin- und Pektinanteile hat. Neben der Wachsschicht besteht Baumwolle hauptsächlich aus hochkristalliner Zellulose. Jede Faser besteht aus 20 bis 30 Lagen dieser Zellulose mit einer gedrehten Struktur.

Verwendung von Baumwollstoff

Baumwollstoff wird hauptsächlich in der Textilindustrie verwendet. Er eignet sich hervorragend für Arbeitskleidung. Auch für Tisch- und Bettwäsche, speziell im Hotelbereich, ist er sehr beliebt. Er wird aber auch für Fischernetze oder als Segeltuch verwendet. Ebenso ist er in der Medizin als Verbandsmaterial und in der Kosmetikbranche beispielsweise als Wattestäbchen beliebt. Baumwollstoff wird auch zur Dekoration oder als Gardinenstoff eingesetzt. Durch Veredelung kann Bauwollstoff so verändert werden, dass er zwar viele seiner positiven Eigenschaften behält, aber sehr weich oder seidig erscheint. Daher wird er auch in der Modebranche viel verwendet, auch weil er als Naturstoff ein positives Image hat.

Verschiedene Arten von Baumwollstoffen

Der bekannteste Baumwollstoff ist sicher Denim oder Blue Denim. Er ist ein sehr fester, dichter und strapazierfähiger Stoff. Ursprünglich wurde er für Jeans verwendet. Heute findet man ihn in der gesamten Modebranche und auch als Dekorationsstoff. Dabei ist Denim heute längst nicht mehr nur Blau. Der Stoff wird in zahlreichen verschiedenen Farben angeboten. Strech-Denim entsteht durch den Zusatz von elastischen Kunstfasern. Auch Cord ist ein Baumwollstoff. Charakteristisch sind seine erhöhten Längsrippen. Je nach Breite dieser Rippen spricht man von Fein- oder Breitcord. Cord wird ebenfalls zur Herstellung von Jacken und Hosen sowie als Dekorationsstoff genutzt. Unter Flanell versteht man einen aufgerauten Bauwollstoff. Er wird gerne für sportliche Hemden oder Kinderkleidung verwendet. Jeder kennt sicher Frottee. Das ist ein aus Schlingen hergestellter Baumwollstoff. Bei Canvas handelt es sich um einen sehr festen Baumwollstoff, der für Outdoorbekleidung, aber auch für Gartenmöbel oder als Dekorationsstoff Verwendung findet. Für Bett- und Tischwäsche wird gerne Damast genutzt. Dieser Baumwollstoff ist glänzend und einfarbig. Sein Muster wird je nach Lichteinfall sichtbar. Bei Gabardine handelt es sich um einen recht dicht gewebten Bauwollstoff, der für eine Vielzahl von Kleidungsstücken genutzt wird. Musselin dagegen ist ein, aus feinen Garnen, sehr leicht und locker gewebter Bauwollstoff. Auch Samt ist ein Baumwollgewebe. Durch seine ein bis drei Millimeter langen Flor fühlt sich der Stoff sehr weich an.

Die Eigenschaften von Baumwollstoff

Baumwolle ist wesentlich saugfähiger als Kunstfasern. Das Material kann bis zu 65 % seines Eigengewichts als Wasser aufnehmen. Allerdings braucht Baumwollstoff auch lange zum Trocknen. Baumwolle nimmt auch Schmutz und Öl leicht auf, gibt diese Stoffe aber auch leicht wieder ab. Daher ist Baumwollstoff für Arbeitskleidung sehr beliebt. Außerdem kann er gekocht und sterilisiert werden. Das macht ihn im medizinischen Bereich interessant. Bauwollstoff kratzt nicht und löst auch kaum Allergien aus. Baumwollstoff ist in feuchtem bzw. nassem Zustand reißfester als trocken. Der Stoff hat eine relative hohe Resistenz gegen Motten und andere Insekten. Außerdem ist er beständig gegen Hitze und Laugen. Er kann also sehr oft gewaschen werden. Baumwollstoffe lassen sich gut färben. Sie sind knitteranfällig, können aber durch eine entsprechende Veredlung knitterfrei gemacht werden.

Die Veredlung des Baumwollstoffs

Neben vielen positiven Eigenschaften hat Baumwolle auch einige, die unerwünscht sind, beispielsweise das Knittern. Durch eine Weiterverarbeitung der Baumwolle, dem sogenannten Veredeln, können dem Stoff neue Eigenschaften gegeben werden.
Vor der Verarbeitung wird Baumwolle gekämmt. Dabei werden Fremdpartikel und kleine Fasern entfernt. Je öfter Baumwolle gekämmt wurde, desto höher ist die Qualität der Fäden, die anschließend aus ihr hergestellt werden können. Meist wird Baumwolle auch gebleicht, da sie dann anschließend besser gefärbt werden kann. Zum Glätten der Fasern dient die Mercerisierung, die nach dem Chemiker Jon Mercer benannt wurde. Hierbei wird die Baumwolle mit Laugen behandelt und gespannt. Mit Hilfe dieses Verfahrens lassen sich festere und dünnere Fäden herstellen. Außerdem werden Glanz, Elastizität und Festigkeit des Materials erhöht. Durch die Kardierung entsteht aus der Baumwolle ein feiner, weicher Fließ. Dies ist ein rein mechanisches Verfahren. Wird Baumwolle mit Natronlauge und Schwefelsäure behandelt, ergibt sich ein transparenter Stoff. Damit Baumwolle bügelfrei wird, werden die Fasern während des Spinnens überdreht und Kunstfasern untergemischt.