Breitgewebe

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Verwendung

Breitgewebe für den häuslichen Bereich findet man bei Dekostoffen zur Fertigung von Gardinen, Vorhängen, Möbelbezugsstoffe, textile Wandbekleidung und Insektengittern. Weitere Heimtextilien wie Tischdecken, Tagesdecken, Bettlaken, Moltonauflagen oder der Bezugstoff der Matratze für ein französisches Bett sind aus überbreiten Textilien in einem Stück hergestellt. An unsichtbarer Stelle wird Breitgewebe als Basismaterial zum Knüpfen von Teppichen verwendet. Getufteter Teppichboden wird zur besseren Stabilität und zur vertikalen Dehnbarkeit nach dem Gummieren mit einem textilen Zweitrücken aus Synthetikfasern oder Jute versehen. So bleiben beim Austausch der Auslegeware nur wenige, leicht zu entfernende Reste auf dem Boden haften. Als Sonnenschutz, sei es eine Markise oder Beschattungsgewebe mit witterungsfester Beschichtung findet Breitgewebe im Außenbereich Einsatz. Öffentliche Räume erhalten mit großflächigen Werbebannern und farbigen Digitaldrucken ein freundliches Ambiente. Ebenso ist der Messebau sowie Kulissenbau in Theatern und Filmstudios ein kreatives Feld. Industrielle Anwendungen findet Breitgewebe als Trägerstoff für Kunstleder, Zwischenlage bei Verbundstoffen, bei Autohimmeln oder Schleifmitteln. Im Gartenbau wird Schattierungsgewebe für Treibhäuser verwendet. Der Wassersport profitiert von Schiffssegeln aus robustem Breitgewebe.

Materialien und Bindungen

Das Flächengewicht beträgt von 20 g bis über 500 g pro Quadratmeter. Je nach Verwendung wird Zellwolle, Baumwolle, Polyester, Polypropalen oder Trevira verarbeitet. In Abschirmgewebe werden Fäden aus Silber, Kupfer oder Edelstahl eingewebt. Acryl- oder Teflonbeschichtungen lassen Feuchtigkeit und Schmutz abperlen, Carbon erhöht die Reißfestigkeit. Brand hemmende Eigenschaften bewirkt die Beimischung von Dolanit anstelle gesundheitsschädlicher Asbestfasern. Breitgewebe wird mittels gängiger Bindungen produziert: Panama, Köper, Satin, Leinwand oder Cord, um nur einige zu nennen.

Die Definition des Begriffs begründet sich in der Tatsache, dass ältere Webstühle, die meist noch aus der Jahrhundertwende stammen, Stoffbahnen von maximal 80 cm oder 90 cm Breite erzeugen konnten. Ab den 1970er Jahren wurden Maschinen entwickelt, die Stoffbahnen von 140 cm bis 160 cm weben, färben, bedrucken oder anderweitig ausrüsten konnten. Breitgewebe an sich bezeichnet keine bestimmte Textilie. Die Materialzusammensetzung oder andere Merkmale verschiedener Stoffarten und Bindungen werden der späteren Verwendung entsprechend ausgewählt. Es werden Naturfasern, Synthetikfasern oder Materialmischungen verarbeitet. Ein heute gängiges Maß extrabreiter Textilien zum Hobbyschneidern ist 300 cm. Zur gemeinsamen Lagerung mit Standardbreiten werden die Stoffbahnen zur Hälfte gefaltet und in doppelter Lage zu Ballen aufgerollt. Breitgewebe bezeichnet ebenfalls technische Textilien zur industriellen Verwendung. Hier beträgt die Standardbreite 520 cm, noch umfangreichere Sonderbreiten liefern einige Produzenten auf Anfrage.

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