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Bast

Was ist Bast?

Bastfasern, die auch Sklerenchymfasern genannt werden, sind Pflanzenfasern. Sie kommen als mehrzellige Faserbündel im Parenchymgewebe vieler Pflanzenarten vor. Das Gewebe verfügt über dickwandige und lang gestreckte Zellen. Sie laufen an den Enden spitz zu und haben einen besonders engen Zellraum. Daraus ergibt sich der Vorzug, dass Bastfasern unverholzt und relativ reißfest sind. Diese Eigenschaften sorgen dafür, dass sich Bast auch besonders gut zur Verstärkung anderer Fasern und Gewebe eignet. Siehe auch unter Bastfasern, Jute und Nesseltuch.

Aufbau von Bastfasern

Innerhalb einer Pflanze dient die Bastfaser dazu, die Struktur zu versteifen und dem Stängel Festigkeit und Stabilität zu geben. Bastfasern bestehen hauptsächlich aus Cellulosefibrillen, die sich in unterschiedliche dicken Schichten übereinander lagern. Daraus bilden sich lange und feine Strukturen, die sich vertikal ausdehnen und konzentrisch anordnen. Die Fasern werden von Heimizellulose umschlossen. Je nachdem aus welcher Pflanze die Bastfaser gewonnen wird, weichen ihre mechanischen Eigenschaften ab. Die Festigkeit hängt zudem vom Alter der Pflanze ab. Anfänglich wird die Zellwand der Fasern nur von Cellulosefibrillen gebildet. Später treten Kittsubstanzen wie Lignin und Pektin hinzu, welche die Cellulosefibrillen miteinander verbinden. Die Ausbildung der Kittsubstanzen variiert je nach Pflanzenart. Beispielsweise verfügt die Kenaffaser über einen hohen Ligninanteil, aber über wenig Pektin. Bei der Ramiefaser ist das Verhältnis zwischen den beiden Substanzen genau umgekehrt.

Länge und Durchmesser

Auch Länge und Durchmesser der Bastfasern variieren entsprechend der Pflanzenart. Der Flachs verfügt über lange Elementarfibrillen mit 33 Millimeter, während sie beim Hanf mit 25 Millimetern kürzer sind. Dafür ist beim Hanf ein größerer Durchmesser anzutreffen. Die Ramiepflanze erreicht in Sachen Länge und Durchmesser Spitzenwerte von 40 bis maximal 350 Millimeter Länge und 50 Mikrometer Durchmesser. Man muss aber berücksichtigen, dass die Faserbeschaffenheit beim Bast auch von den vorherrschenden Anbaubedingungen abhängig ist. Günstige Anbaubedingungen ermöglichen bessere Ergebnisse, was Größe und Festigkeit bei der Bastfaser angeht.

Verwendung von Bast

Zur industriellen Verwertung von Bast werden die Bastfasern mit chemischen oder mechanischen Verfahren aus den Pflanzenstängeln gelöst. Bast wird zu einer Vielzahl von Produkten für Haushalt, Industrie und Gewerbe weiter verarbeitet. Wegen seiner Reißfestigkeit eignet sich Bast vorzüglich zur Erstellung von Geweben, Matten, Garnen und Seilen. Diese werden sowohl im Bereich der Textilverarbeitung als auch in der Industrie eingesetzt oder weiter verarbeitet. Bei Naturfaserverbundstoffen werden Bastfasern zunehmend als Verstärkungsfasern eingesetzt. Die wirtschaftlich genutzten Bastfasern werden vorrangig aus folgenden Pflanzen gewonnen: Flachs, Nutzhanf, Ramie, Nessel, Kenaf und Jute. Bevor diese Faserpflanzen erschlossen wurden gewann man in Mitteleuropa lange Zeit Bast aus Eichen und Linden.