Finette

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Was ist Finette?

Finette ist ein Stoff in Köperbindung aus Baumwolle oder Viskose mit einer aufgerauten Seite mit feinem Flor. Der Begriff Finette wird oft im Zusammenhang mit anderen Bezeichnungen verwendet. Häufig wird das Gewebe auch als Croisé Finette bezeichnet. Croisé ist dabei die französische Bezeichnung für Köper.

Herstellung der Finette

Finette wird meistens als drei- oder vierbindiger Breitgratköper gewoben und zeigt vor der mechanischen Herstellung des Flors ein gleichseitiges Warenbild.
Die Köperbindung des Stoffes ist eine der drei Grundbindungsarten des Webens. Durch die Bindung entsteht auf der Ware ein charakteristisches, schräg verlaufendes Muster. Dieser Grat kann unterschiedlich steil verlaufen und in verschiedene Richtungen weisen.
Dieser sogenannte Köpergrat entsteht durch schräg versetzte Bindungspunkte der Kett- und Schussfäden. Der Schussfaden wird beispielsweise unter einem Kettfaden hindurchgezogen und danach über die nächsten Kettfäden geführt. Der nächste Schussfaden zeigt das gleiche Muster, beginnt aber einen Kettfaden nach rechts oben oder rechts unten versetzt.
Je nachdem, ob auf der Warenoberseite die Kett- oder Schussfäden überwiegen, ist das Gewebe ein Kett- oder Schussköper. Ein solches Gewebe besitzt zwei unterschiedlich gestaltete Warenseiten. Bei einem Gleichgratköper ist die Zahl der Ketthebungen und Kettsenkungen identisch. Beide Warenseiten sind dadurch gleich.
Das Muster kann durch längere Ketthebungen und Kettsenkungen breiter gestaltet werden. Ein solches Gewebe ist ein Breitgratkörper. Bei einem drei- oder vierbindigen Breitgratköper wird der Schussfaden über die entsprechende Zahl der Kettfäden zum nächsten Bindungspunkt geführt.

Die mechanische Textilveredlung des Gewebes
Nachdem das Gewebe in der beschriebenen Köperbindung gewoben wurde, wird die linke Warenseite, die auch als Warenunterseite bezeichnet wird, mechanisch aufgeraut. In vielen Fällen erfolgt dieser Prozess mithilfe kleiner Häkchen oder kratzender Werkzeuge. Die Fasern werden damit leicht aus dem Gewebe gezogen und bilden dadurch einen feinen Flor. Dieser Prozess kann mehrfach wiederholt werden. Als Folge dieser Bearbeitung erscheinen beide Warenseiten unterschiedlich.
Diese mechanische Bearbeitung ist für den Faserverbund des Gewebes und die Faser eine Belastung, weil die Bindungsfestigkeit und die Stabilität der Faser beeinträchtigt werden können. Daher ist die Wahl der Rohstoffe und die Wahl der Bindungsart für diese Herstellung entscheidend. Häufig werden Baumwolle und Viskose verwendet, da die charakteristischen Eigenschaften dieser Rohstoffe eine solche mechanische Textilveredlung ermöglichen.

Die Eigenschaften und Verwendung der Finette

Durch die mechanische Bearbeitung des Gewebes können die gelockerten Fasern der Warenunterseite mehr Luft einschließen, wodurch die Wärmehaltung des Gewebes erheblich gesteigert wird. Außerdem sorgt der feine Flor für einen angenehm weichen Griff. Daher wird Finette gerne zu Herstellung warmer Winterunterwäsche genutzt.

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