Fahnentuch

Was ist Fahnentuch?

Fahnentuch ist ein Gewebe, das aus Baumwolle, Wolle, synthetischen Fasern oder Mischgarnen in einer Leinwandbindung gewoben wird.

Herstellung eines Fahnentuches

Die von der DIN 61.000 geforderten Rohstoffe, aus denen Fahnentuch hergestellt werden darf, sind Wolle, Polyamid, Baumwollzwirn oder Baumwollgarn.
Ein wollenes Flaggentuch wird aus Schurwollezwirn gewoben. Der Zwirn besteht aus mehreren Kammgarnen, die aus 100% Schurwolle gesponnen werden. Die Mindestdrehungen des Zwirns und die Fadendichte des Gewebes sind vorgeschrieben.
Ein Fahnentuch aus Polyamidgarn sollte mindestens 75% Polyamid enthalten. Auch bei dieser Herstellung sind die Drehungen des Garns und die Fadendichte des Gewebes vorgeschrieben.
Ein Baumwollflaggentuch besteht aus Baumwollzwirn, der aus 100% Baumwolle hergestellt wurde. Ein Baumwoll-Cretonne besteht aus Baumwollgarn.

Die Bindung eines Fahnentuches
Nach der DIN 61.000 soll ein Fahnentuch in einer Leinwandbindung gewoben werden. Diese Bindung ist eine der drei Grundbindungsarten der Weberei. Sie wird auch als Tuchbindung oder Taftbindung bezeichnet. Diese Bindung besitzt die engste Verkreuzung der Kett- und Schussfäden. Jeder Kettfaden liegt abwechselnd über und unter einem Schussfaden. Das Gewebe ist durch diese Bindung scheuer- und schiebefest.

Die Färbung eines Fahnentuches
Fahnentuch kann zu verschiedenen Zeitpunkten des Herstellungsprozesses gefärbt und bedruckt werden. So werden Kammgarne, der Zwirn oder das gewobene Tuch entsprechend bearbeitet. Häufig wird vor dem Prozess der Färbung der Rohstoff oder das Gewebe gebleicht, damit danach die Farbe vom Gewebe besser aufgenommen wird.
In der DIN 61.001 wird gefordert, dass die Färbung licht- und farbecht ist. Sollte der Rohstoff oder das Gewebe vorher gebleicht werden, dürfen keine Bleichmittel verwendet werden, die zu einer Vergilbung des Fahnentuches führen.

Verwendung des Fahnentuches

Fahnentuch ist der elementare Bestandteil offizieller Fahnen, Flaggen und Wimpel. Die besondere Bedeutung verschiedener Fahnen wird unter anderem in der DIN 61.000 geregelt. Diese Norm unterscheidet zwischen Hissflaggen, internationalen Signalflaggen, Hängeflaggen, Doppelstander, Stander und Wimpel.
Die Verwendung des Fahnentuches zur Herstellung solcher offiziellen Fahnen ist an bestimmte Qualitätskriterien gebunden, die ebenfalls in der DIN 61.000 geregelt werden. Dabei benennt diese Norm die Mindestkriterien, die ein Fahnentuch erfüllen muss, damit es zu einer offiziellen Fahne verarbeitet werden kann. Dabei wird von dem gewebten Stoff beispielsweise eine Mindestreißfestigkeit und ein Mindestflächengewicht gefordert.

Fahnen haben in vielen Situationen eine wichtige Signalaufgabe. Dazu benötigen sie eine bestimmte Mindestgröße und eine besondere Qualität. Natürlich wird Fahnentuch auch in Produkten verarbeitet, die nicht als offizielle Fahnen genutzt werden. Zur Unterscheidung der Qualität ist in der DIN 61.000 eine Kennzeichnungspflicht der entsprechenden Rohstoffe und der Verarbeitung gefordert.