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Farbkarte

Bild: Farbkarte Musterlasche

Eins der wichtigsten Accessoires in der Stoffbranche ist die Farbkarte. Modedesigner, Stilberater, Raumausstatter und andere kreative Berufe befassen sich mit der Wirkung und Kombination von Farben. Um Harmonie zu erzeugen, sollten der Farbton, die Sättigung und die Helligkeit ausgewogen im Bezug zur Fläche stehen. Der Maler Prof. Munsell entwickelte 1915 ein Farbschema, dass heute noch in Farbkarten Anwendung findet. Dabei geht es um eine neutrale Farbachse im Verlauf von Schwarz nach Weiß, in deren Umgebung Farben systematisch angeordnet sind. Bei der Produktion von Stoffen helfen Farbkarten, identische Nachdrucke zu erzeugen. Die einzelnen Farbwerte können mit RGB-Farbcode bezeichnet werden, um sie auf Druckmaschinen digital nachzustellen und auf das Gewebe zu übertragen.

Griffprobe und Stoffmusterbündel

Heutzutage werden oftmals Stoffe, die im regionalen Handel vielleicht nicht verfügbar sind, über das Internet bestellt. Ist der Bildschirm nicht kalibriert, stellt sich dem Betrachter die Farbe ganz anders dar, als es tatsächlich der Fall ist. Daher senden gut sortierte Stoffhändler ihren Kunden Griff- und Farbmuster der ausgewählten Textilien zu. Diese Proben werden gratis gegeben, zu einem geringen Preis in Rechnung gestellt oder sollen innerhalb einer Frist zurückgesendet werden. In einer Klappkarte aus festem Papier oder in Katalogform sind alle Nuancen einer Stoffqualität in kleinen Originalmustern eingeklebt. Bei Bekleidungsstoffen können somit Oberstoff und Futter aufeinander abgestimmt sowie passendes Nähgarn und Zubehör ausgewählt werden. Andere Farbkarten zeigen Dekostoffe, Möbelstoffe oder Industriegewebe. In Buchform sind größere Materialproben als Stoffmusterbündel zusammengeheftet. Generalkarten zeigen alle Farbvarianten, wovon jedoch nicht alle lieferbar sein müssen. Zum Einfärben von Stoffen mit Textilfarben gibt es Farbfächer als Orientierungshilfe, doch das Färbeergebnis hängt davon ab, ob Naturfasern, Synthetiks oder Mischgewebe behandelt werden.

Alle Stoffmerkmale auf einen Blick

Das Aussehen eines Gewebes wird außer von der Farbe maßgeblich von glatter oder strukturierter Webart, der Faserstärke und -qualität sowie dem "Griff" bestimmt. Eine Farbkarte enthält daher eine detaillierte Beschreibung des Stoffs. Zuerst wird der Produzent genannt und neben der Pflegeanleitung gibt es Angaben über die verwendeten Natur- oder Synthetikfasern, die Stoffbezeichnung, die Stoffbreite und das Gewicht pro Meter. Viele Dekostoffe werden mit einer Imprägnierung nach DIN4102 B1 als schwer entflammbar gekennzeichnet, permanent schwer entflammbare Stoffe besitzen einen speziellen molekularen Aufbau. Abnehmer dieser Farbkarten sind Groß- und Einzelhandel, Wiederverkäufer, Polstereien, Schneidereien oder Vereine. Oft benötigte Stoffqualitäten werden auf Wunsch aus einzelnen Musterkarten zu individuellen Mappen zusammengestellt.