0 0



Futterstoffe

Bild: Futterstoff Jacke

Etymologie

Das Wort "Futter" stammt aus dem Althochdeutschen, wo "vuoter" oder "fuotar" so viel wie "Unterfutter" oder "Futteral" bedeutet. Damit ist vermutlich eine schützende Hülle, bzw. ein Überzug gemeint.

Material

Je nach Verwendungszweck werden für Futter von Kleidungsstücken unterschiedliche Gewebearten verwendet. Bei Oberbekleidung dient es meistens dazu, die innen liegenden Teile angenehm auf der Haut oder auf dem darunter getragenen Kleidungsstück liegen zu lassen und dem Modell einen lockeren Fall zu geben. Die meist glatten Materialien aus Baumwolle, Viskose, Seide oder Kunstfasern verhindern außerdem einen unerwünschten Reibeeffekt auf dem darunter getragenen Kleidungsstück, was die Form stabilisiert, vor allem, wenn das Obermaterial eine etwas gröbere oder raue Struktur hat.

Funktion und Verwendung

Auf der meist glatten Oberfläche des Futterstoffes liegt das Obermaterial eines Kleidungsstücks locker, ohne Falten zu werfen und zeichnet eine klare Kontur. Bei gröberen Materialien wie zum Beispiel Mantelstoffen ist ein Futter unverzichtbar, weil der direkte Kontakt mit seiner rauen Oberfläche unangenehm für die empfindliche Haut wäre. Zudem verbessert ein Futter in guter Qualität die Haltbarkeit des Kleidungsstückes und hat eine wärmeregulierende Wirkung. Neben den funktionalen und praktischen Effekten werden gefütterte Partien an Kleidungsstücken auch als modische Akzente eingesetzt. Gemustert oder mit kontrastierender Webstruktur geben sie einem offen getragenen Mantel eine besondere Note oder rufen bei umgekrempelten Ärmeln einen reizvollen Blenden-Effekt hervor.

Qualität eines Futterstoffes

Das Material des Futterstoffs trägt entscheidend zur Ausstrahlung eines Kleidungsstücks bei. Das ist unter anderem eine Frage des Preises, denn billige Synthetik-Materialien machen das Modell zwar erschwinglich, neigen aber zu elektrostatischer Aufladung, was die Form eines Rocks oder eines Blazers stark beeinträchtigen kann. Naturfaser-Futterstoffe sind wesentlich teurer, aber komfortabler in Form und Trageeigenschaften. Sie werden in aufwändigen chemischen Ausrüstungsverfahren noch geschmeidiger und resistent gegen Aufladung gemacht, was sich zusätzlich auf den Preis des Artikels niederschlägt. Dafür gewinnt er entscheidend an Eleganz und erfüllt mit zunehmendem Aufwand die Vorstellungen einer entsprechend anspruchsvollen und zahlungskräftigeren Kundschaft. Mittlerweile haben viele moderne Kunstfasern jedoch einen ebenbürtigen Qualitäts-Status erreicht und können in puncto Tragekomfort mit Naturqualitäten konkurrieren. Vielfach übertreffen sie Naturfasern sogar an funktionalen Eigenschaften, insbesondere im Bereich der körperklimatischen Bedingungen und ihrer oft wind- und wassergeschützten Oberfläche. Bei Gebrauchsgegenständen wie Taschen oder Koffern ist neben einer ansprechenden Optik vor allem eine strapazierfähige Qualität gefragt. Hier kommen entsprechende Webtechniken zum Einsatz, die das widerstandsfähige Material vor allem unempfindlich gegen Stöße und Reibung macht.