Feinleinen

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Was ist Feinleinen?

Feinleinen ist die Bezeichnung für ein dichtes Leinengewebe aus besonders feinen Fäden, das auch Batistleinen genannt wird.

Herkunft

Gewebe aus Flachspflanzen waren bereits in der Steinzeit bekannt, was archäologische Funde belegen. Auch in der altägyptischen Hochkultur spielten Leinengewebe eine große Rolle, unter anderem bei der Mumifizierung. Die ältesten bisher bekannten Gewebefunde aus Flachsfasern stammen aus Georgien. Ihr Alter wird auf 31.000 bis 36.000 Jahre geschätzt.
Im vorindustriellen Europa erlebte der Flachsanbau besonders in Deutschland eine Blütezeit, allerdings wurden Stoffe aus Leinen gegen Ende des 19. Jahrhunderts von den immer perfekten, inzwischen maschinell hergestellten Geweben aus Baumwolle verdrängt. Dies änderte sich erst wieder, nachdem der Wunsch nach Kleidung aus natürlichen Fasern in den 1980er Jahren wieder an Bedeutung gewann. Heute gehören Leinen - nach der Baumwolle - zum zweitwichtigsten pflanzlichen Rohstoff in der Textilverarbeitung.

Herstellung
Alle Leinengewebe - auch das Feinleinen - werden aus den Stängeln der Flachspflanze hergestellt, deren Fasern zu Garn versponnen werden. Leinen gehören - neben Seide und Wolle - zu den ältesten Naturfasergeweben der Welt.
Feinleinen werden in der einfachsten Bindung, der Leinwandbindung, gefertigt. Es handelt es sich dabei um eine sehr feste Gewebebindung aus feinen Leinenfäden, die so stabil miteinander verwoben werden, dass sie nicht mehr verschiebbar sind. Dabei sehen beide Seiten des Gewebes gleich aus, da der Schussfaden abwechselnd über und unter dem jeweiligen Kettfaden hindurchgeführt wird. Das Gewebe lässt sich vielfältig verarbeiten, es kann beispielsweise gefärbt, gebleicht oder bedruckt werden.

Eigenschaften

Wie alle Leinengewebe sind auch die Feinleinen sehr formbeständig und haben einen extrem hohen Tragekomfort: Das Gewebe ist reiß- und zugfest und fusselt nicht. Darüber hinaus weist es Schmutz ab, ist (fast) antistatisch und wirkt antibakteriell. Es ist luftdurchlässig, saugfähig und angenehm kühlend bei heißen Temperaturen. Einziges Problem: Leinen knittert enorm. Doch da das Gewebe über einen edlen Schimmer verfügt, bestätigen echte Leinen-Fans, dass es durch die dekorativen Falten nur noch interessanter wirkt.
Leinengewebe vertragen hohe Temperaturen, trotzdem sollte das Gewebe im Schonwaschgang gewaschen werden, da sich die Oberfläche durch Reiben und Scheuern abnutzen und seinen Glanz verlieren kann. Beim Bügeln sollte das Gewebe immer noch leicht feucht sein. Das Trocknen im Wäschetrockner sollte vermieden werden.

Verwendung

Ideal eignen sich Feinleinen für hochwertige Sommerbekleidung. Darüber hinaus wird es gerne für feine Tischwäsche und Dekostoffe sowie für Taschen oder Schuhe verarbeitet, außerdem finden Feinleinen als Einbandmaterial für hochwertige Bücher Verwendung.

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