Posamenten

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Bild: Posamenten Quaste

Was sind Posamenten?

Die Bezeichnung Posamenten stammt ursprünglich aus dem französischen Sprachbereich und wurde von dem Wort passement abgeleitet. Posamenten sind Luxus, den man sich leisten will oder kann. Der bekannteste Fachbegriff im Reich der Posamenten ist der Pompon; zu bestaunen bei Veranstaltungen mit Cheerleadern und Festzügen mit militärischen Musikkapellen.

Geschichte und Herstellung

Handwerkskunst im Wandel der Zeit
Die Posamentiererei ist ein Zweig der Textilindustrie und entwickelte sich in Europa im Mittelalter. Am Anfang stand das handwerkliche Geschick von Familien, die damit in Heimarbeit ihren kargen Lebensunterhalt bestritten. Später wurde die Posamentenherstellung durch den Einsatz von Maschinen industrialisiert. Dabei kamen Häkelgalon- und Flechtmaschine, Bandwebautomat, Perl-Bandwebstuhl oder Posamentierstuhl zum Einsatz. Jede Epoche hat ihren eigenen Stil, so war im Barock die Nachfrage nach prachtvollen Posamenten besonders hoch.
Da modische Trends stetiger Wandlung unterworfen sind, ändert sich auch die Farbgestaltung und der Materialeinsatz von Posamenten. Halbedelsteine, Glas und Holz bereichern die Palette der bisherigen Materialien. Der heutige Zeitgeschmack ist eher schlicht und durchgestylt statt opulent, damit ist der Kundenkreis für Posamenten überschaubar geworden. Preisgünstige Massenproduktionen aus Fernost tun ihr übriges, alte Handwerkskunst zu verdrängen.
Einzel- und Sonderanfertigungen erfolgen nach individuellen Wünschen weiterhin überwiegend in Handarbeit. Bei historischen und besonders wertvollen Posamenten lohnt sich auch eine fachgerechte Restaurierung.

Zuerst waren die Posamenten aus feinsten edlen Metalldrähten gewirkte Textilien in Form von Tressen oder Borten. Später kamen andere Materialien wie Schafwolle, Tierhaare, Vogelfedern, Seide, Baumwolle, Flachs, Hanf, Jute, Gräser und Stroh hinzu. Diese Naturmaterialien wurden später von kunterbunten Garnen abgelöst. Metallische Fäden wurden vorwiegend noch für den Militärbereich, bei Uniformen und Abzeichen, genutzt.
Posamenten sind in der Regel nicht waschbar. Sollte eine Reinigung notwendig werden, empfiehlt sich ein Abblasen mit Druckluft oder die Verwendung von Trockenschaum. Fransen lassen sich durch vorsichtiges Glattstreichen unter Wasserdampf glätten.

Artenvielfalt und Verwendung von Posamenten

Posamenten sind ein Sammelbegriff für Quasten, Kordeln, gewebte Borten, Zierbänder, Fransen, Schnüre, Spitzen oder Volants. Auch die Produktion kunstvoll besponnener Zierknöpfe und eine Menge ähnlicher genähter, geschlungener, geknüpfter, geflochtener und gehäkelter Artikel gehören zu den Posamenten. Diese Schmuckelemente können vielfältig eingesetzt werden. Sei es an Lampenschirmen, Vorhängen, Polstermöbeln, Bekleidung, Tischläufern oder Kissenhüllen. Hochwertige Viskoseseide kombiniert mit Effektgarnen sichert eine erstklassige Qualität der Posamenten. Hauptabnehmer von Posamenten sind neben Privatkunden u. a. Raumausstatter, Floristen und Polsterer. Der Einsatzbereich von Posamenten erweitert sich ständig. So gibt es mittlerweile hübschen Modeschmuck, Uhrenketten, Haltegriffe für Oldtimer und Trachtenzubehör.

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