Persianer

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Was ist Persianer?

Aus Persianerfellen werden Pelze hergestellt. Das Ursprungsland der Karakulzucht war Russland, doch auch aus Südafrika, Namibia und Afghanistan stammen Persianerpelze. Der Begriff „Persianer“ leitet sich nicht aus dem Zuchtgebiet, sondern aus einem ehemals über Persien verlaufenden Handelsweg ab. Zu früh entbundene Karakullämmer tragen den Namen „Breitschwänze“.

Die Geschichte und Verwendung

Die Karakulschafe waren ursprünglich in den Steppenlandschaften Usbekistans beheimatet. Die schlanken Karakuls, die auch wegen ihres fettarmen Fleisches geschätzt werden, haben zumeist ein schwarzes Fell. Seltener kommen auch Braun- und Graufärbungen vor. Bei Karakullämmern sind zusätzlich auch goldfarbene („sur“) Tönungen anzutreffen. Braune Färbungen variieren in einer Bandbreite von Rotbraun über Hell- und Mittel- bis zu Dunkelbraun.
Die aus Russland stammenden Karakulfelle weisen kleine Locken auf. Die wertvollsten Lammfelle verfügen über röhrenförmig gebildete Locken mit einer schönen Zeichnung. Zuchtgebiete auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion sind neben Usbekistan auch Kasachstan, Tadschikistan und Turkmenistan sowie Moldawien und die Ukraine.

Persianer aus Afghanistan
Nach der im Jahr 1919 erfolgten Flucht des Emirs von Buchara aus der neugegründeten Sowjetunion nach Afghanistan entwickelte sich auch dort eine Karakulzucht. Die zu 90% schönfarbig grau und im Übrigen golden gefärbten afghanischen Karakulfelle wurden zu einem wichtigen Exportgut des Landes. Nachdem es zwischenzeitlich aufgrund kriegerischer Ereignisse zu einem Erliegen des Fellexports kam, ist Afghanistan seit etwa 2007 wieder auf dem Karakulmarkt vertreten. Die Locken der afghanischen Karakuls sind ungleichmäßiger und von kleineren Haarspitzen überdeckt, was den Glanz des Fells etwas beeinträchtigt. Für den asiatischen Pelzmarkt werden aus afghanischen Karakulfellen u. a. Mützen hergestellt, die als Kopfbedeckung für Herren typischerweise schiffchenförmig zugeschnitten sind.

Namibia als Karakulzuchtgebiet
Mit dem Import von Karakulschafen aus Deutschland und später aus Russland begann im Jahr 1907 die Karakulzucht in Namibia. Südwestafrikanische Karakuls zeichnen sich durch feingelockte schwarze Felle aus. Da der Markt für Pelze zwischenzeitlich deutlich zurückging und zudem ein Modewechsel vom Persianer zum Nerz erfolgte, brach die namibische Karakulzucht Anfang der 1990er Jahre dramatisch ein und konnte sich erst um 2005 mit dem Wiederaufkommen der Pelznachfrage etwas erholen.

Die wirtschaftliche Bedeutung der Karakulschafe

Nach dem Jahr 2000 sind die Preise für Karakulfelle nach dem deutlichen Einbruch in den 1990er Jahren wieder anzogen. Dies hat jedoch nicht zu einer wesentlichen Ausweitung der Karakulzucht geführt, da die Schafzucht zwecks Fleischproduktion rentabler ist und sich ohnehin eine Nutzung der Karakulzucht oft nur dann lohnt, wenn eine andere landwirtschaftliche Nutzung (z. B. bei allzu kargen Flächen) nicht möglich erscheint.

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