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Tussahseide

Was ist Tussahseide?

Bei dieser Seidenart handelt es sich um Wildseide, die aus den Raupen oder Kokons frei lebender Japanischer Eichenseidenspinner gewonnen wird. Charakteristisch ist ihre unregelmäßige und knotige Struktur, die aus der starken Verbastung des Rohmaterials resultiert.

Herstellung von Tussahseide

Tussahseide wird in der Regel nicht aus einem einzigen Faden, sondern aus künstlich geschaffenen Spinnfäden gewebt. Anschließend erfolgt die Verarbeitung zu ungefärbten und ungebleichten rohseidenen Stoffen, etwa zu Shantung- oder Dupiongewebe.

Edle Naturfaser Tussahseide
Wildseide wird in der Regel aus den Kokons bereits geschlüpfter Wildtiere gewonnen. Das bedeutet, dass die Puppen nicht zum Zwecke der Seidengewinnung von Menschenhand gezüchtet und anschließend abgetötet werden. Da der Falter im Anschluss an seine Verpuppung den Kokon verlassen muss, entsteht ein Loch. Der Schlupf sorgt dafür, dass die etwa 1.200 bis 1.400 Meter langen Fäden zerrissen werden. Aus diesem Grund müssen die Fäden künstlich miteinander verwoben werden, was zu einer Verdickung derselben führt. Fäden aus Tussahseide weisen eine Feinheit zwischen 3 und 6 dtex auf.

Gewinnung von Wildseide
Viele Seidenarten werden auf sogenannten Seidenraupenfarmen produziert. Dazu werden Seidenspinnerraupen durch den Menschen gezüchtet und etwa am zehnten Tag nach ihrer Verpuppung entweder durch Übergießen mit heißem Wasser oder durch Wasserdampf abgetötet. Dadurch soll verhindert werden, dass die Puppen schlüpfen und so ein Loch in den Kokon reißen können. Durch den Schlupf zerreißt auch der Seidenfaden, der während der Verpuppung von der Larve selbst gesponnen wird. Im Gegensatz zu industriell gefertigter Seide ist dieser Effekt, ein zerrissener und dadurch ungleichmäßiger und knotiger Faden, bei der Tussahseide jedoch erwünscht und stellt ein Charakteristikum derselben dar. Um die Seidenfäden abzuhaspeln - so wird das Aufwickeln der Fäden bezeichnet - müssen die Kokons gekocht werden, um sie aufzuweichen. Erst danach kann eine Aufwicklung der Fäden erfolgen. Genau genommen stellt ein Seidenfaden nichts anderes als das Baumaterial eines Schmetterlingskokons dar. Ein einziger Seidenfaden besteht aus mehreren Kokonfäden, die zusammengehaspelt - also miteinander verzwirnt - werden. Für ein Kilogramm Rohseide benötigt man durchschnittlich 10 bis 11 Kilogramm Kokons.
Der Japanische Eichenseidenspinner ist in weiten Teilen Asiens beheimatet, kommt aber auch in Europa vor.

Eigenschaften und Verwendung von Tussahseide

Tussahseide besticht nicht nur durch ihr spezielles Aussehen, sondern auch durch ihre Eigenschaft, Farbstoffe besonders gut aufzunehmen. Auf Tussahseide können sehr intensive Farbtöne erreicht werden, was diese Rohseide speziell für ihre Verwendung bei festlicher Garderobe sowie Heimtextilien interessant macht.