Triacetat

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Was ist Triacetat?

Triacetat ist ein textiles Material, das aus Zellulose hergestellt wird, deren Fasern man durch chemische Prozesse verändert. Wegen der dadurch erlangten seidenähnlichen Optik wird Triacetat im allgemeinen Sprachgebrauch auch gerne als Kunstseide bezeichnet.

Rohstoffe, Herstellung
Triacetat ist eine Weiterentwicklung des Acetats, das ähnliche Eigenschaften besitzt wie Triacetat, aber wesentlich hitzeunbeständiger ist. Der Hauptunterschied zwischen den beiden Stoffen aber liegt in der Herstellung. Beim Acetat wird, etwas vereinfacht dargestellt, die Zellulose in Aceton gelöst, bei Triacetat geschieht dies in Dichlormethan. Chemisch gesehen zählen beide Produkte daher nicht zu den Naturfasern, sondern bewegen sich sozusagen im Übergangsbereich zur Chemiefaser, obwohl sie von einem nachwachsenden, natürlichen Rohstoff abstammen.
Man nennt sie daher in der Fachsprache "natürliche Polymere", im Gegensatz zu den Chemiefasern, die man als "künstliche Polymere" bezeichnet. Die Zellulose, die zur Herstellung von Triacetat verwendet wird, gewinnt man hauptsächlich aus Holz.
Der eigentliche Herstellungsprozess der Fasern geschieht im sogenannten Trockenspinnverfahren. Das bedeutet, die flüssige, im Fall von Triacetat in Dichlormethan gelöste Masse, wird durch Düsen zu Fäden gepresst, die sich dann in einem warmen Luftstrom vom Lösungsmittel trennen und währenddessen trocknen. Nun muss das fertige Garn nur noch aufgewickelt werden.

Eigenschaften, Produkte
Gewebe aus Triacetat zeichnen sich durch eine ganze Reihe positiver Eigenschaften aus, die sie zu einem der begehrtesten Stoffe in der Textilindustrie werden ließen. Triacetat ist viel leichter als Naturfasern wie Baumwolle, Wolle oder Leinen, knittert deutlich weniger und lässt sich wegen der guten Hitzeverträglichkeit dauerhaft plissieren. Da es sich weich, glatt und anschmiegsam anfühlt, elastisch ist und schnell trocknet, besitzt es einen optimalen Tragekomfort.
Darüberhinaus bestechen Kleidungsstücke aus Triacetat durch leuchtende Farben, einen schönen, eleganten Faltenwurf und den typischen edel schimmernden Glanz. Allerdings laden sie sich leicht elektrostatisch auf, um auch eine weniger angenehme Eigenschaft zu nennen.
Die Bekleidungsindustrie verwendet Stoffe aus Triacetat vor allem zur Herstellung von Kleidern, Röcken, Blusen, eleganten Hosen, Unterwäsche sowie Accessoires und Futterstoffen, jedoch nicht nur in der reinen Form, sondern auch als Mischgewebe mit Naturstoffen, beispielsweise Baumwolle oder mit synthetischen Fasern.

Pflege
Produkte aus Triacetat sind pflegeleicht. Sie laufen nicht ein und man kann sie im Schonwaschgang in der Maschine waschen, am besten mit Feinwaschmittel bei 30-40 Grad. Sie sollten nicht in den Trockner und dürfen mit bleichmittelhaltigen Substanzen auf keinen Fall in Berührung kommen. Das Bügeln ist auch bei höheren Temperaturen kein Problem.

Triacetat ist ein Textilprodukt, das den Anforderungen der modernen Nutzer entspricht: pflegeleichte Handhabung, hoher Tragekomfort und edle Optik. Aber es erfüllt auch den Aspekt der Nachhaltigkeit, da es letztendlich aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wird.

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