Wollstoff

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Bild: Wolle Stoff

Was ist Wollstoff?

Z.B: Tweed, Gabardine und Flanell sind Stoffe, die aus Wolle hergestellt werden.

Geschichte

Religionsgeschichtlich hatten Wollstoffe ganz gegensätzliche symbolische Bedeutungen. Während Priester im alten Ägypten überhaupt keine Wollstoffe tragen durften, stand bei den Juden das Weiß der Wolle für Unschuld. Die Mönchsgemeinschaften des Mittelalters schneiderten sich ihre Kutten gerne aus dem wärmenden, belastbaren und dauerhaften Material. Im Islam wird vermutet, dass sich der Name Sufi von dem weißen Wollstoff ableitet, den diese Mystiker bevorzugt trugen. So bedeutet Wollstoff im Arabischen suf.

Eigenschaften

Wollstoffe gehören zu den ältesten Textilien überhaupt und finden überwiegend in kälteren Regionen Verwendung. Die Qualitätskriterien für Wolle orientieren sich an der Feinheit der Wollfaser. So liefern Merino-Schafe die feinste und weichste Wolle. Bei den Crossbreeds, sogenannten Kreuzzuchten, sind die Fasern etwas gröber. Sie werden deshalb überwiegend für Streichgarne verwendet - sehr grobe Fasern für die Teppichherstellung.
Wollstoffe zeichnen sich aus durch einen hohen Tragekomfort. Sie sind natürlich elastisch und knittern nicht. Die Wärmeisolierung ist hervorragend und Wollstoffe wirken temperatur- und feuchtigkeitsregulierend. Wassertropfen perlen einfach ab, genau wie Schmutz und Staub. Als natürlich nachwachsender Rohstoff ist Wolle ökologisch gut verträglich.

Kategorien von Wollstoffen

Wollstoffe werden nach der Garnart und Verarbeitung in verschiedene Kategorien eingeteilt.

Kammgarnstoffe: Garbadine, Nadelstreifen, Satin, Atlas, Wollbatist, Glenscheck, Epinglé, Musselin, Melton, Rips, Twill, Serge, Fresko, Ottomane, Cotelé
Streichgarnstoffe: Loden, Tweed, Noppenstoff, Homespun, Fischgrat, Drapé, Cheviot
Effektgarnstoffe: Frotté, Bouclé, Frisé, Floconné
Kreppgarnstoffe: Krepp, Crepon, Georgette, Afghalaine
Tuche: Atlastuch, Velours, Flanell, Foulé, Croisétuch, Marengo
Melangierte Stoffe: Mouline, Jaspé, Vigoureux

Qualitäten
Die Bezeichnung “Schurwolle” dürfen nur Wollstoffe tragen, deren Wolle direkt von lebenden Schafen gewonnen wird. Bei dem Zusatz „Reine Schurwolle“ enthält die Wolle maximal 0,3 Prozent einer anderen Beimischung.

Im Unterscheid dazu enthalten Produkte mit dem Etikett „100% Wolle“, „Reine Wolle“ oder „Wolle“ Beimischungen von Reißwolle (Recyclingwolle) oder minderwertigen Wollqualitäten.

Spezielle Wollstoffe
Loden (Walkloden) wird aus grobem Wollgewebe gefertigt. Er wird zunächst gewebt und dann gewalkt und gekämmt (Strichloden). Der Stoff wurde jahrhundertelang als Wetterbekleidung bei der bäuerlichen Bevölkerung in Europa eingesetzt und spielt eine große Rolle bei bayrischen und österreichischen Trachten.

Bei Tweed handelt es sich um einen besonders dauerhaften, groben und warmen Wollstoff. Aus ihm werden bevorzugt Mäntel, Kostüme und Anzüge genäht. Bekannt ist der sogenannte „Harris Tweed“. Er stammt von den Äußeren Hebriden.

Die Bezeichnung „Super 100“ und „Super 120“ findet sich auf Etiketten in qualitativ hochwertigen Anzügen aus Schurwolle und gibt die Feinheit des versponnen Wollgarns an.

Verwendung

Wollstoffe sind hervorragend geeignet zur Fertigung von Kleidungsstücken. Mäntel, Anzüge und Jacken werden aus Wollstoffen gefertigt. Aber auch für Hosen, Röcke, Kostüme und Decken sind die Eigenschaften, die Wolle mit sich bringt ideal.
Berühmte Hersteller von exklusiven Wollstoffen sind z.B. die italienischen Textilhersteller Zegna, Cerruti, Loro Piana und Guabello.

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