Vichykaro

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Bild: Vichy Karo Stoff Blau

Was ist Vichykaro?

Vichykaro ist ein durchgewebtes Muster mit quadratischen Karos. Eine der beiden Farben ist meist Weiß, die zweite häufig ein klares Blau, Rot, Grün oder ein Pastellton. s.

Geschichte

Traditionelles Textilmuster, weltweit verbreitet
Das schlichte Muster ist sehr alt, sein Ursprung lässt sich nicht genau feststellen. Der Name Vichykaro geht zwar auf den französischen Kurort Vichy zurück, Vichykaro hat aber in vielen europäischen Landstrichen Tradition. Gut bekannt ist das Material unter anderem in Bayern, Belgien, den Niederlanden, Norditalien, Schweden und England, wo der Baumwollstoff seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in den Textilfabriken von Manchester produziert wurde. Aber auch außerhalb von Europa ist das Karomuster oft schon seit Jahrhunderten bekannt, so in Indien, Japan, Indonesien und vielen afrikanischen Ländern. Entsprechend hat Vichykaro auch überall seine eigenen Bezeichnungen. So nennt man es im englischsprachigen Raum Gingham, in den Niederlanden Brabants Bont.


Herstellung


Das Muster entsteht dadurch, dass Kett- und Schussfäden gleicher Qualität und gleicher Fadenspannung in abwechselnden, gleich breiten Streifen verwebt werden. Da, wo sich gleichfarbige Kett- und Schussfäden kreuzen, entstehen Karos in einer der beiden Grundfarben. Kreuzen sich unterschiedlich gefärbte Fäden, entstehen die halb gefärbten Karo

Verwendung

Die Karos des Vichymusters haben typischerweise Seitenlängen von bis zu 15 Millimetern. Die größeren Karos werden oft auch als Bauernkaro bezeichnet. Vichykaro wird gern für Schürzen, Oberbekleidung, Bettwäsche und andere Wohntextilien wie Geschirrhandtücher, Tischwäsche oder Vorhänge verwendet. Vichykaro in Blau oder Rot weckt Assoziationen von Bauernstuben oder Picknicks. Pastellfarbenes Vichykaro lässt an leichte Sommerkleider für kleine Mädchen oder junge Frauen denken.

Ein Bauernstoff erobert die Modewelt
Aber Vichykaro hat auch im fashionorientierten urbanen Milieu seine Freunde. Die französische Schauspielerin und Stilikone Brigitte Bardot heiratete 1959 in Vichykaro, und auch der berühmte Bikini, in dem sie die Strände von Saint Tropez unsicher machte, war aus Vichystoff (in Rosa-weiß). Ihre Begleiter wollten ihr nicht nachstehen: Coole junge Männer wie Gunther Sachs, Alain Delon oder David Hemmings in Michelangelo Antonionis Film "Blow up" machten vichygemusterte Hemden gesellschaftsfähig. Seit den 1960er Jahren sind die clean und unschuldig aussehenden Hemden ein fester Bestandteil der Mod-Garderobe. Ein Hemd aus dem schlichten Baumwollstoff ist seitdem zum smarten Anzug durchaus korrekt kombiniert. Auch in der modernen Inneneinrichtung jenseits des Landhausstils ist Vichykaro schon seit Längerem angekommen.

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