China-Seide

Bild: China Seiden Stoff

Geschichte der China-Seide
Die frühesten Funde von China-Seide stammen aus der Indus-Zivilisation (ca. 2.800 v.Chr.). Die Chinesen domestizierten den Seidenspinner Bombyx mori vor etwa 5.000 Jahren, wahrscheinlich stammt die Idee vom chinesischen Kaiser Fu Xi. Wahrscheinlich im ersten bis zweiten Jahrhundert vor Christus gelangte chinesische Seide über den Fernhandel in den Mittelmeerraum, begann im römischen Reich zum Luxusgut zu werden und hergebrachte Stoffe zu verdrängen. Die Handelswege waren komplex, sie liefen zunächst über den Indischen Ozean, Ägypten und Alexandria bis nach Italien. Erst um 200 n.Chr. setzte der Handel über die Seidenstraße via Samarkand ein.
Das chinesische Reich wollte das Know-how der Seidenherstellung um jeden Preis im Land halten und verbot bei Todesstrafe den Export der Seidenraupen. Im Jahr 555 geschah dies dennoch durch zwei persische Mönche, die einige Eier nach Konstantinopel schmuggelten. Dadurch gelangte die Produktion nach Europa, die Zentren waren zunächst das italienische Lucca, später Venedig (ab etwa 1300) und vom 17. - 19. Jahrhundert zum Beispiel das deutsche Krefeld, das Napoleon und Friedrich II. belieferte.


Die Herstellung der Seide
Die Seidenraupen ernähren sich vorwiegend von Maulbeerblättern (daher der gelegentliche Begriff Maulbeerseide), sie werden unter besonderen Bedingungen aufgezogen, verpuppen sich und produzieren während dieses Vorganges im Maul die Seidenfäden, die sie in großen Schlaufen um sich herumlegen, wobei mehrere hunderttausend Windungen entstehen. Bevor die Puppen schlüpfen können, werden sie mit Heißdampf getötet, damit die Kokons nicht zerrissen werden können. Dann werden die Seidenfäden des Kokons abgehaspelt, das bedeutet im Ganzen abgewickelt. Die sehr langen Fäden werden zur glatten Chinaseide verarbeitet. Für 250 Gramm Seidenfaden werden Kokons mit einem Gewicht von 1 kg (etwa 3.000 Stück) benötigt. Der Seidenfaden enthält Seidenleim (Seidenbast, Sericin), durch den die Seide gelb werden kann. Von diesem wird die Seide durch Abkochen in Seifenwasser befreit (degummiert, entschält), sie wird rein weiß, die Fäden werden geschmeidig und glänzend. Heutzutage wird sie chemisch weiter veredelt, beispielsweise mit Metallsalzen (Zinnverbindungen) und Schwefeldioxid zum Bleichen. Die Fäden werden dann zu Kett- und Schussfäden gezwirnt. Aus dem Zwirn werden verschiedene Seidengewebe hergestellt, die typischsten sind Satin, Chiffon und Taft. Verschiedene Qualitäten der Seide werden durch unterschiedliche Webverfahren erreicht, wie die Habotai-Seide (geeignet für Seidenmalerei) oder die Crepe de Chine, der in der Mode verwendete weiche, glänzende Stoff.