Cashmere

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Bild: Cashmere Stoff Ziegen Fell Wolle

Was ist Cashmere?

Cashmere-Wolle ist ein edles Naturprodukt und ist eine extrem feine und glatte Faser, das die Wärme speichert und besonders leicht ist.

Geschichte und Herstellung

Cashmere wird ausschließlich aus der Unterwolle der Kaschmirziege gewonnen, von welcher sie ihren Namen erhält. Die Fasern der Kaschmirziege sind mit einem Durchmesser von nur 19 bis unter 12µm (Mikrometer) besonders fein. Im Vergleich dazu besitzt ein menschliches Haar einen Durchmesser ab 30µm, Fasern gewöhnlicher Schafs- oder Schurwolle haben einen Durchmesser von rund 36µm, Lambswool von 20-27µm, Alpaka bis zu 14-21µm und Merinowolle von 16-23 µm.
Die gehörnte, schlappohrige Kaschmirziege, die zur Familie der Hausziegen gehört, war ursprünglich im Himalaja und Pamirgebirge beheimatet auf Höhen bis 5.000 Meter in der Region des ehemaligen Fürstentums Kaschmir. Daher stammt der Name Kaschmirziege. Dort wurden die Ziegen, von denen es rund 20 Rassen gibt mit Farbschlägen von grau, braun, weiß oder schwarz, von Hirten und Nomaden zur Gewinnung von Wolle gehalten. Bereits 1.000 vor Christus wurden in Kaschmir Ziegen gehalten und ihre Wolle handwerklich verarbeitet. In Deutschland ist sie erst seit dem 18. Jahrhundert bekannt. Heute gilt China quantitativ und qualitativ als weltweit führender Produzent von Kaschmirwolle. Die Mongolei, Pakistan, Nepal und der Iran sind weitere wichtige Erzeugerländer. Auch Australien, Neuseeland und Schottland besitzt große Zuchtfarmen, in denen vor allem Tiere mit weißer Wolle gezüchtet werden, die sich nach der Schur leichter einfärben lässt.

Wertvolles Naturprodukt
Im Winter bilden die Ziegen einen Bauchflaum, der sie ursprünglich vor der extremen Kälte von Temperaturen bis minus 40 Grad schützte. Im Frühjahr zur Zeit des Fellwechsels wird diese Wolle durch Kämmen oder Zupfen gewonnen – in Industriestaaten auch durch Scheren. Dabei beträgt der Jahresertrag an Kaschmirwolle eines einzigen Tieres nur rund 150 Gramm. Deshalb zählt Kaschmir zu den teuersten und wertvollsten Stoffen überhaupt. Und um die Kosten zu senken wird Kaschmir häufig mit anderen Fasern gemischt. Als Kaschmir bezeichnet werden darf ein Produkt in Deutschland allerdings erst dann, wenn es einen Anteil von mindestens 85 Prozent an Kaschmir aufweist. Produkte mit Kaschmiranteil sollen einen Mindestgehalt von 14,5 Prozent Kaschmirfasern enthalten. Und ausschließlich Waren mit höchster Güte dürfen die Bezeichnung 100 Prozent Kaschmir tragen.

Eigenschaften und Verwendung

Cashmereprodukte zeichnen sich durch besondere Trageeigenschaften aus. Im Unterschied zu anderen Wollsachen kratzen und flusen sie nicht und sind besonders leicht. Sie halten besonders warm, denn zwischen den feinen Härchen bilden sich viele kleine Luftpolster. Diese halten die menschliche Körperwärme fest und wirken bei niedrigen Temperaturen isolierend. Gleichzeitig wirkt Cashmere Temperatur ausgleichend und atmungsaktiv. Deshalb tragen sich Cashmereprodukte im Winter und auch im Sommer angenehm. Vor allem in edler Oberbekleidung wird Cashmere verwendet.

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