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Reißverschluss

Bild: Reiß Verschluss

Was ist ein Reißverschluss?

Beim Reißverschluss handelt es sich um ein Verschlussmittel, das beliebig oft geschlossen und geöffnet werden kann. Der Reißverschluss besteht aus einem Schieber und zwei Seitenteilen mit kleinen Zähnchen. Beim Schließen werden die Zähne, auch Krampen genannt, ineinander verhakt, wodurch zum Beispiel Jackentaschen verschlossen werden können. Reißverschlüsse werden traditionell aus Metall hergestellt, heutzutage gibt es aber auch preiswerte Alternativen aus Kunststoff.

Aufbau eines Reißverschlusses

Die beiden Seitenstreifen des Reißverschlusses sind mit versetzt gegenüberliegenden Metall- oder Kunststoffzähnen versehen, die beim Schließvorgang vom Schieber ineinander verhakt werden. Damit die beiden Wendeln des Reißverschlusses gut zusammenpassen, ist eine links und eine rechts „gewendelt“. Es werden nicht teilbare und teilbare Reißverschlüsse unterschieden. Ein teilbarer Zwei-Wege-Reißverschluss lässt sich von beiden Enden aus schließen und öffnen.

Geschichte des Reißverschlusses

Der Reißverschluss baut auf ein einfaches Verschlussprinzip. Dennoch wurde er erst vergleichsweise spät in der Geschichte der Bekleidungsindustrie erfunden, zuvor wurden Kleidungsstücke ausschließlich mit Knöpfen, Bändern, Fibeln und Nestelbändern zusammengehalten. Der moderne Reißverschluss wurde 1851 erfunden und 1890 in den USA als Patent angemeldet. Es dauerte aber noch eine Weile, bis der Reißverschluss für die Bekleidungsindustrie massenhaft hergestellt werden konnte. Der Durchbruch gelang 1923, als die ursprünglichen Reißverschlussvarianten mit Klemmbacken und Kügelchen durch die heute üblichen Rillen und Rippen ersetzt wurden. In den 1920er und 1930er Jahren setzten sich Reißverschlüsse zunehmend an Kleidungsstücken, vor allem an Hosen und Jacken, durch und lösten oft Knöpfe als Verschlussmittel ab. Seit den 1950er Jahren werden auch Kunststoffreißverschlüsse genutzt, die sich durch eine bessere Festigkeit und einen flexibleren Gebrauch auszeichnen. Allein in Deutschland beträgt die Reißverschlussproduktion heute 70 Millionen laufende Meter im Jahr.

Pflege und Reparatur von Reißverschlüssen

Reißverschlüsse an Schuhen und Kleidungsstücken sind häufig stark den Witterungebedingungen ausgesetzt. Daher sollten sie regelmäßig gereinigt und von Schmutz und Staub befreit werden. Damit der Reißverschluss leitgängig bleibt, sollte man ihn mit Silikonspray behandeln. Die Imprägnierung vermindert die Abnutzung des Reißverschlusses und verbessert seine Dichtigkeit. Schwergängige Metallreißverschlüsse kann man mit Wachs, Seife oder Graphit behandeln, damit sie wieder leichtgängig werden. Der Schwachpunkt von Reißverschlüssen sind Ermüdungserscheinungen an den Zähnen oder am Schieber. Brechen Zähne oder Schieber ab, kann der Reißverschluss nicht mehr geöffnet bzw. geschlossen werden, im Regelfall muss dann ein neuer Reißverschluss eingenäht werden. Wenn die Zähne intakt sind und nur der Schieber defekt ist, kann man einen neuen Schieber einsetzen und so den Reißverschluss wieder funktionsfähig machen.