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Rechte Warenseite

Was ist die rechte Warenseite?

Mit Hilfe der Unterscheidung nach linker und rechter Seite ist es möglich, insbesondere bei unterschiedlichen Eigenschaften der Gewebeseiten, die Außenseite zweifelsfrei zu definieren.
Der Begriff von rechts und links begründet sich in diesem Fall nicht auf die Richtungen. Stattdessen hat „rechts“ hier die Bedeutung von „recht“ beziehungsweise korrekt, beschreibt also die gewünschte, richtige Stoffseite.

Die Warenseite, die sich durch Bindung, Ausrüstung oder Herstellungsweg, bei beidseitig verwendbaren Stoffen, entsprechend auszeichnet, gilt hiermit als Oberseite. Sie zeigt deutlicher ausgeprägte Muster, eine feinere Verarbeitung, bestimmte Eigenheiten oder die gewünschte Optik. Besonders bei optisch identischen Stoffseiten mit unterschiedlicher Ausrüstung ist eine Unterscheidung nahezu unumgänglich.

Haben beide Seiten übereinstimmende oder ähnliche Eigenheiten, werden sie als „gleichseitige“ oder „gleichbindige“ Gewebe bezeichnet. Die Unterscheidung in rechte oder linke Warenseite wird hierbei häufig nicht vorgenommen oder wird nur durch zusätzliche Behandlungen oder Beschichtungen notwendig.

Verwendung und Beispiele

Werden ein einseitiger Samt oder bedruckte Stoffe verwendet, so ist das Erscheinen der Oberseite zumeist wünschenswert. Zwar lässt sich der Effekt durch Herstellen eines gleichseitigen Gewebes auf beide Warenseiten übertragen, dies ist jedoch zumeist nicht beabsichtigt. Zudem ist die Herstellung eines solchen Stoffes aufwendig. Das Doppeln des Stoffes um ein günstiges Äquivalent zu erhalten ist ebenfalls von der Definition der Oberseite abhängig.

Durch das Wenden von beispielsweise Kleidungsstücken können Applikationen, Stickereien oder Drucke geschont werden. Hierüber geben die Waschanleitungen Auskunft.

Funktionstextilien sind ebenfalls häufig auf die Unterscheidung zwischen Ober- und Unterseite angewiesen. Insbesondere wenn sie speziellen und nach Stoffseite zu unterscheidenden Funktionen nachkommen sollen, ist die richtige Zuordnung für eine sinnvolle Nutzung unabdingbar. Wird erwartet, dass ein Kleidungsstück beispielsweise Feuchtigkeit nach außen transportiert und gleichzeitig nach innen wärmeisolierend wirkt, bedeutet die Verwechslung der Stoffseiten unter Umständen eine vollständige Einbuße der beabsichtigten Funktion.

Aussehen und Eigenheiten der rechten Warenseite sind ein Faktor der Schnittoptimierung. Drucke und ausgerichtete Muster müssen zumeist in der richtigen Orientierung verwendet werden um die gewünschte Optik zu erreichen.
Anhand der rechten oder linken Warenseite kann das Verhalten des Stoffes beispielsweise unter Zug festgehalten werden. Insbesondere bei Stretch-Stoffen bedingen solche Besonderheiten Schnitt und Nahtführung.
Solche Parameter sind bei einer automatisierten Verarbeitung von besonderer Bedeutung. Sie vermeiden beispielsweise, dass Motive auf einem Kleidungsstück in falscher Ausrichtung erscheinen oder gar auf der Innenseite.