Kleiderleinen

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Bild: Kleider Leinen Stoff Natur

Herstellung und Eigenschaften des Kleiderleinens

Die Eigenschaften des Kleiderleinens werden von den charakteristischen Merkmalen der Flachsfaser und der Bindungsart des gewebten Stoffes bestimmt.
Leinen wird aus den Stängeln der Flachsfaser gewonnen. Durch deren Verarbeitung entstehen die Langfasern, die zu Garn versponnen werden. Diese Leinenfasern sind glatt und flusenfrei und können daher fein versponnen werden. Leinenfasern sind in der Lage, aufgenommene Feuchtigkeit schnell an die Umgebung abzugeben. Dadurch sind die Kleidungsstücke, die aus Leinen hergestellt werden, luftig und kühlend. Leinen wird deshalb bevorzugt zur Fertigung von Sommerkleidung verwendet.
Leinenfasern sind ausgesprochen reißfest und unelastisch. Das Leinengewebe ist durch die geringe Elastizität der Fasern knitteranfällig. Durch die Reißfestigkeit ist Leinen langlebig und strapazierfähig, allerdings empfindlich gegen Reibungskräfte, weil das Garn bei einer solchen Beanspruchung auffasern kann. Kleiderleinen sollte deshalb nur schonend gewaschen werden. Da Leinengewebe feuchte Hitze gut verträgt, aber durch trockene Hitze geschädigt wird, darf die Kleidung aus Leinen nur feucht gebügelt werden und nicht im Wäschetrockner getrocknet werden.
Kleiderleinen wird zu verschiedenen Zeitpunkten des Herstellungsprozesses gefärbt. Sowohl das Garn als auch der gewebte Stoff können gefärbt oder bedruckt werden.
Leinen wird häufig in der klassischen Leinwandbindung gewoben. Das Garn eignet sich aber auch für Köperbindungen oder andere Bindungsformen.

Variationen des Leinens
Vollleinen ist ein Stoff, bei dem die Kett- und Schussfäden aus Leinen bestehen. Da vor allem Kettfäden einer hohen Scheuerbelastung ausgesetzt sind, werden nur hochwertige Garne verwendet.
Eine Alternative ist die Verwendung anderer Rohstoffe, die als Kettfäden verwoben werden. In vielen Fällen wird dazu Baumwolle genutzt. Ein solcher Stoff aus Flachs und Baumwolle wird als Halbleinen bezeichnet.
Die Textilindustrie kennzeichnet die unterschiedlichen Variationen des Leinengewebes mit Gütesiegeln. Nach dem Textilkennzeichnungsgesetz darf ein Gewebe als Halbleinen bezeichnet werden, wenn der Gewichtsanteil des Leinens mindestens 40% beträgt.

Ökologische Bedeutung des Leinengewebes

Leinen ist ein natürlicher Rohstoff, der im Gegensatz zu Baumwolle weniger Dünger und Pestizide benötigt. Häufig stammt er aus biologisch kontrolliertem, heimischen Anbau. Da sich die gewonnenen Fasern hervorragend zur Herstellung der Kleidung eigenen, wird dieser Rohstoff in der Textilindustrie immer häufiger verwendet.

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