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Acrylfaser

Was ist Acryl?

Die Acrylfaser besteht aus Polyacrylnitril und Polymethylmethacrylat und hat ähnliche Eigenschaften wie Wolle, deshalb wird sie als günstiger Ersatz, unter anderem für Kaschmirwolle verwendet.

Herstellung

Acryl ist eine Sammelbezeichnung für chemische Stoffe der Strukturformel (CH2=CH-COR) und deren Polymere. Acrylnitril, einer der Monomerbausteine der Acrylfaser, ist giftig und krebserzeugend. Methaacrylsäuremethylester, der andere Monomerbaustein, ist hingegen nur reizend und hat eine lähmende Wirkung. Beide Stoffe sind entflammbar. Um Acrylfasern herzustellen wird mittels einer radikalischen Kettenreaktion ein Copolymer aus Polyacrylnitril (PAN) und Polymethylmethacrylat (PMMA) synthetisiert. Das bedeutet, dass zwischen den PAN-Bausteinen PMMA Gruppen eingebaut werden. Damit man dieses Polymer als Acrylfaser bezeichnen darf, muss es mindestens aus 85 % Acrylnitril Bausteinen bestehen. Nach der Polymerisation wird der Stoff in Dimethylformamid oder Natriumthiocyanat gelöst. Aus dieser Lösung wird der Faden nass oder trocken gesponnen. Beim Nassspinnen geschieht es in derselben Lösung, beim Trockenspinnen wird das Lösungsmittel mittels eines heißen Inertgases verdampft. Danach wird die Faser gewaschen, gedehnt und getrocknet um den Prozess abzuschließen. Die fertige Acrylfaser ist, im Gegensatz zu den Ausgangsstoffen, gesundheitlich unbedenklich.

Farbgebung
Acrylfasern werden mit kationischen, also positiv geladenen, Astrazonfarbstoffen gefärbt. Die Farbstoffe gehen eine Salzbindung mit den negativ geladenen PAN Gruppen ein.

Eigenschaften der Acrylfaser: Vor- und Nachteile

Acrylfasern sind leicht und fühlen sich warm und wollähnlich an, jedoch gelangen sie nicht an die angenehm warmhaltende Wolle heran. Zusätzlich sind Acrylfasern belastbarer als andere natürliche und synthetische Fasern, waschbar und hypoallergen. Jedoch darf die Faser nicht über 40 °C gewaschen und auch nicht heiß gebügelt werden. Aufgrund der Ähnlichkeit zur Kaschmirwolle wird Acrylfaser oft als billigerer Ersatzstoff verwendet. Vorteile der Acrylfaser sind die Resistenz gegen Motten, Öle, Chemikalien und Sonnenlicht. Ein großer Nachteil der Acrylfasern ist die Entstehung von Blausäure beim Verbrennen. Blausäure ist extrem giftig und wird unter anderem über die Atemwege und die Haut aufgenommen. Kleidungsstücke aus Acrylfaser sind jedoch ungefährlich, solange diese nicht verbrannt werden.