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Organdy

Was ist Organdy?

Dieser transparente Batist ist in Leinwandbindung gewoben und erhält durch aufwendige Textilveredelung seine charakteristischen Eigenschaften.

Herstellung des Organdy

Ein Batist ist ein dicht gewebter Stoff, der aus feinen Fäden in einer Leinwandbindung hergestellt wird. Die Leinwandbindung ist die engste Verbindung zwischen Kett- und Schussfäden, in der ein gewebter Stoff hergestellt werden kann. Jeder Kettfaden liegt abwechselnd über und unter einem Schussfaden. Ein Gewebe in einer solchen Bindung ist sehr stabil und besitzt eine hohe Schiebe- und Scheuerfestigkeit, zeigt aber keinen weichen Faltenwurf wie ein Gewebe in einer anderen Bindung.
Organdy wird in einem weiteren Prozess hochwertig veredelt. Durch eine chemische Behandlung mit konzentrierter Schwefelsäure wird der Stoff transparent. Außerdem werden die dünnen Fäden des Gewebes durch diese Behandlung gesteift. Das erhöht die Festigkeit der Fäden und verringert die Gefahr einer Fadenverschiebung oder einer Schädigung des Fadens. Nach der Behandlung wird das Gewebe sorgfältig gewaschen und je nach verwendeter Faser zusätzlich mit Natronlauge behandelt.
Eine Baumwollfaser quillt durch die Behandlung mit Natronlauge auf und vergrößert ihren Querschnitt. Die Strukturänderungen der Faser führen ebenfalls zu einer höheren Festigkeit und einer größeren Stabilität des Gewebes. Außerdem erhöht sich die Waschbeständigkeit des Stoffes.
Diese Veredelung einer Baumwollfaser durch die Behandlung mit Natronlauge heißt Mercerisation. Die Textilveredelung mit Schwefelsäure und anschließender Behandlung mit Natronlauge wird auch als Opalisierung bezeichnet. Durch diese Textilveredelung erhält der Organdy die schleierartige, transparente Erscheinung, die einem Glasbatist ähnlich ist.

Unterschiedliche Formen des Organdy
Durch die chemische Textilveredelung ist Organdy besser anzufärben. Außerdem kann ein so behandelter Stoff hervorragend bedruckt werden. Häufig ist Organdy auch gaufriert und wird dann als Organdy-gaufré bezeichnet.
Gaufré ist der französische Begriff für Waffel oder Wabe. Er bezeichnet ein Druckverfahren, bei dem ein Muster oder eine Narbung in das Gewebe geprägt wird. Diese Prägung erfolgt auf einem Kalander. Eine solche Maschine besitzt zwei beheizte Stahlwalzen, von denen eine Walze geprägt ist und die andere Walze mit einem weicheren Material beschichtet ist. Der zwischen diesen beiden Walzen durchgezogene Stoff erhält dadurch das gewünschte Muster.

Verwendung von Organdy

Als transparenter Batist wird Organdy häufig zu einer Gardine oder einem Schleier verarbeitet. Durch die vielfältigen Möglichkeiten, den veredelten Stoff mit Farben und Mustern zu gestalten, wird er auch als Stoff für Brautkleider oder Blusen eingesetzt.