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Honan

Geschichte
Der Name dieser Seide leitet sich von der Provinz Honan im mittleren Osten Chinas ab. Schon seit mehr als 5000 Jahren wird dort Seide produziert, und ihr Weg führte über die Seidenstraße im Laufe der Jahrhunderte bis nach Europa. Heute kommen die wertvollen Stoffe auch aus Indien, Japan und Thailand; sie machen aber in der Produktion von Textilien nur etwa ein Prozent aus.

Herstellung
Honanseide wird aus dem feinen Faden der Tussahseide in Leinwandbindung hergestellt. Dies ist eine einfache, in schachbrettartiger Kreuzung angeordnete Webart, was zu einem beidseitig gleichen Erscheinungsbild führt. Tussahseide unterscheidet sich von anderen Seidenarten durch ein entscheidendes Merkmal: Während Seide normalerweise aus den abgewickelten Fäden des Seidenspinnerkokons gewonnen wird, ist dies bei Tussahseide ganz anders. Hier gewinnt man die Seidenfäden aus Kokons, aus denen die Falter bereits geschlüpft sind und nicht wie sonst üblich, vor dem Schlüpfen in kochendem Wasser abgetötet wurden. Der Kokon wird dabei beschädigt, und der Faden ist daher an vielen Stellen nicht mehr intakt. Dies wiederum bewirkt beim Verweben der Fäden Verknotungen, die zur typischen unregelmäßigen Struktur der Honanseide führen. Die Fäden werden auch nur teilweise dem aufwendigen Verfahren des Entbastens unterzogen, so dass sich das Gewebe etwas härter anfühlt.

Eigenschaften
Seide ist ein sehr edler, wertvoller Stoff, der sich durch den typischen matten, seidigen Glanz, die außergewöhnliche Festigkeit und durch leuchtende Farben auszeichnet. Schon seit jeher wird daher Seide auch von Hand bemalt - speziell bei Seidentüchern ist dies der Fall. Seide wirkt darüber hinaus kälte- und wärmeisolierend, besitzt ein sehr angenehmes Tragegefühl und lässt sich leicht zu verschiedenen Textilien, sei es Bekleidung oder Heimtextilien, verarbeiten. Aus Honanseide werden neben edlen Vorhängen, Decken und Kissenhüllen auch Kleider, Blusen oder Hosenanzüge gefertigt, die allerdings wie bei Seide allgemein üblich, leicht knittern.

Pflege
Seide ist ein sehr empfindliches Produkt und bedarf daher besonderer Pflege. Sie ist von Hand waschbar, mit mildem Waschmittel, wobei man aber darauf achten muss, alle Seifenreste zu entfernen und die Stücke nicht auszuwringen. Zum Trocknen wickelt man sie am besten in Handtücher, und beim Bügeln, das auf links erfolgen sollte, muss man auf die Temperatur achten, um das Gewebe nicht zu beschädigen. Seide ist äußerst fleckempfindlich. Man sollte sie weder Wasser-, Parfüm- oder Deospritzern aussetzen, noch mit Bleichmitteln behandeln.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Honanseide, auch wenn sie aus der etwas preiswerteren Tussahseide hergestellt wird, ein edles Naturprodukt ist, aus dem exklusive Textilien gefertigt werden.