Helanca

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Was ist Helanca?

Das texturierte Polyamidfilamentgarn Helanca wurde 1931 von Rudolph H. Kägi in den USA mittels eines Verfahrens entwickelt, das ursprünglich auf Kunstseide angewandt werden sollte. Das Schweizer Textilunternehmen Heberlein und Co ließ sich die Rechte für das Herstellungsverfahren patentieren und entwickelte es zur Produktionsreife weiter. Bis heute ist die Firma einer der Hauptproduzenten von Helanca. Kunstseidefasern konnten bislang nur glatt verarbeitet werden. Kägis Verfahren verlieh den glatten Fasern durch Fixieren, Hochdrehen und Zurückdrehen eine wolleartige Konsistenz.
1932 wurde das Herstellungsverfahren patentiert und der Markenname Helanca geschützt. Glätte und Glanz von Kunstseide hatten bislang den Einsatz dieser Stoffart in der Strumpfherstellung erschwert. Helanca war hingegen ein warmer und weicher Stoff, der sich wie Wolle anfühlt . Zunächst mangelte es aber noch an der Formbeständigkeit bei Strümpfen aus Helanca. Häufiges Waschen führte zur Ausdehnung der Fasern und der Kleidungsstücke. Dieser Effekt von Helanca konnte 1935 mit dem Einsatz von Formaldehyd unterbunden werden. Die Faser wurde stabilisiert und die Kräuselung verhindert. Während des Zweiten Weltkriegs sorgte die Knappheit von Wolle für einen Bedeutungsgewinn des Helanca-Verfahrens.

Herstellung und Eigenschaften von Helanca

Das Aufkommen von Nylon verdrängte zunächst die Helanca-Kunstseide, bis man auch das neue Garn mit dem Helanca-Verfahren behandelte und große Erfolge erzielte. Die Elastizität konnte erheblich gesteigert werden und bei entsprechender Garnstärke erwies sich das neue Nylon-Helanca als besonders belastbar. Hierzu trug auch ein neues Verarbeitungsverfahren aus Frankreich bei. Anstelle eines hochgedrehten Fadens wurden nun zwei Fäden gleichzeitig verarbeitet, die man in unterschiedliche Richtungen hochdrehte. Dies steigerte Elastizität und Haltbarkeit. Legendär wurde die aus zwölffachem Helagarn hergestellte Herrensocke, die als unzerstörbar galt.

Vorteile und Verwendung von Helanca

Mit Helanca wurde die Strumpfherstellung in den 1950er und 60er Jahren auf eine neue Grundlage gestellt. Helanca kombinierte den Tragekomfort von Wolle mit der eleganten Optik von Kunstseide. Neben Haltbarkeit und Elastizität konnte auch das Design der Strümpfe verbessert werden. Helanca-Garne sind leichter zu färben und machten die Strümpfe leuchtender und farbenfroher. Durch Helanca wurde die Produktion der neuen Strumpfhosen erleichtert und es sind wegen der besseren Elastizität weniger Strumpfgrößen erforderlich. Ein geringerer Faltenwurf macht die Strümpfe jetzt pflegeleichter. Kreppstrümpfe und Kreppstrumpfhosen aus Helanca haben den Markt erobert.

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