Zwirn

Bild: Zwirn

Was ist Zwirn?

Der Zwirn ist linienförmig, reißfest und wandelbar. Bei Zwirn handelt es sich um eine Textilie, die durch das ´Zwirnen´ mehrerer Garne entsteht. Ursprünglich bestand Zwirn aus zwei Garnen, während heute auch mehr als zwei Garne zur Produktion von Zwirn verwendet werden können. Zwirn zeichnet sich gegenüber Einfach-Garnen unter anderem dadurch aus, dass er über eine höhere Reißfestigkeit verfügt. Die Form des Zwirns ist linienförmig.

Herstellung

Zur Herstellung von Zwirn bedarf es verschiedener Herstellungsschritte. Zunächst werden dabei Garne ausgewählt, die die Grundlage des späteren Zwirns bilden. Entsprechende Garne werden dann vereinigt, was in der Fachsprache auch als Prozess des sogenannten Fachens bezeichnet wird. Nach der Vereinigung der ausgewählten Garne kommt es zum Vorgang des Zwirnens; dieser Vorgang wird dadurch gekennzeichnet, dass die entsprechenden Garne zusammengedreht werden. Soll der spätere Zwirn einen Glanz aufweisen, wird dem Zwirnen in einigen Fällen der Vorgang des Sengens angeschlossen. Während des Sengens werden unter dem Einfluss von Hitze Fasern des Zwirns entfernt, die abstehen. Weitere Produktionsschritte hin zum fertigen Zwirn können schließlich je nach Zwirnart beispielsweise darin bestehen, Paraffin auf das Zwirn aufzutragen oder es zu entstauben.

Formen des Zwirns: Entsprechend der unterschiedlichen Herstellungsschritte, die ein Zwirn durchläuft, gibt es auch verschiedene Arten von Zwirn. Eine Standardform des Zwirns ist der sogenannte Popelinezwirn. Zu erkennen ist der Popelinezwirn daran, dass zu dessen Herstellung zwei Einfachgarne verwendet werden. Diese Einfachgarne sind dabei in Z-Richtung gedreht. Je nach späterem Einsatzgebiet können die Eigenschaften des Popelinzwirns beispielsweise durch die Anzahl an in der Herstellung durchgeführten Drehungen von Zwirn und Gespinst variiert werden. So werden für den Einsatz in Strickereien bevorzugt Zwirne mit weicherer Drehung hergestellt, während in Webereien härtere Drehungen des Zwirns bevorzugt werden. Ein Nähfaden zählt in der Regel ebenfalls zu den Zwirnarten. Häufig besteht ein klassischer Nähfaden aus drei S-gedrehten Einfachgarnen, die zusammengedreht werden. Resultat dieses Vorgangs ist ein Nähfaden, der eine hohe Reißfestigkeit und einen runden Querschnitt aufweist. Möglich ist auch die Produktion eines Nähfadens mit lediglich zwei Einfachgarnen. Um in der Herstellung von Textilien Effekte in Bezug auf Struktur, Material oder Farben zu erzielen, kommen beispielsweise sogenannte Effektzwirne bzw. Fantasiezwirne zum Einsatz. Zur Produktion entsprechender Zwirne bedarf es unter anderem spezieller Maschinen. Die Zwirnform des Voile zeichnet sich unter anderem durch eine hohe Kernigkeit und Härte aus. Aus diesem Grund wurde die Zwirnform in der Vergangenheit häufig zur Herstellung von Vorhängen genutzt.