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Seide

Bild: Seide Gold

Wie genau entsteht Seide?

Die Raupe des Seidenspinners spinnt, wenn sie sich verpuppen will, einen Kokon aus einem beinahe endlos langen Seidenfaden. In diesem Kokon findet ihre Umwandlung zum Falter statt. Spult man den Seidenfaden ab, erhält man das Ausgangsmaterial für die Herstellung von Seide als Textil, den Rohseidenfaden, der nun mehrfach zusammengedreht werden kann. Die Stärke der Drehung wird für die verschiedenen Seidenarten variiert. Darüber hinaus kann Seide auch aus Fadenresten oder aus Kokons anderer Spinner, beispielsweise dem Atlasspinner, hergestellt werden, die kurze Fäden spinnen.

Welche Seidenarten gibt es?

Die hauptsächliche Unterscheidung besteht in zwei Kategorien: Maulbeer- und Tussahseide. Maulbeerseide stammt von den eigens gezüchteten Raupen des Maulbeerspinners, während Tussahseide aus den Kokons frei lebender Seidenspinner gewonnen wird. Aus diesem Grund wird sie auch als Wildseide bezeichnet.
Darüber hinaus gibt es zahlreiche Seidenarten, die erst durch eine spezielle Verarbeitung entstehen. An erster Stelle steht hierbei die Haspelseide. Zu ihrer Herstellung wird der Seidenfaden sehr vorsichtig in einem Stück vom Kokon abgewickelt/gehaspelt. Bei einer sorgfältigen Haspelung ist dies eine sehr hochwertige Seide. Bouretteseide dagegen wird aus kurzen Fäden und Produktionsresten gearbeitet und ist von mittlerer bis grober Struktur. Das unregelmäßige Aussehen mit kleinen Noppen ist für Kleidungsstücke weniger attraktiv, dafür jedoch für große Tücher oder Dekostoffe interessant.
Ein Klassiker unter den Seidenarten ist das Crepe de Chine, das sehr weich und glänzend ist und außerdem durch unterschiedlich gedrehte Webfäden seine Kreppoptik erhält. Crepe Satin dagegen ist auf einer Seite glänzend und auf der anderen Seite matt, was ebenfalls zu ansprechenden optischen Effekten führt.
Für die Seidenmalerei eignen sich leichte, transparente Arten wie Crepe Georgette oder Habotai-Seide, deren Oberfläche Farben gut aufnimmt.

Welche Eigenschaften hat Seide?

Neben ihrem besonderen Glanzeffekt besticht Seide durch ihre hohe Feuchtigkeitsaufnahme und die Weichheit. Deshalb bietet sie einen sehr angenehmen Tragekomfort und ist - neben der Verwendung für Kleidungsstücke - auch für Bettwäsche gut geeignet. Da sie zum Knittern neigt, muss sie sorgfältig gepflegt werden. Beim Waschen empfiehlt sich ein Feinwaschmittel oder häufig die chemische Reinigung. Das Bügeln erfolgt auf mittlerer Stufe und da Seide schnell Flecken bildet, wenn Wasser und Dampf gemeinsam auf das Gewebe einwirken, darf kein Dampfbügeleisen verwendet werden.
Ursprünglich stammt Seide aus China, aber mittlerweile sind auch Indien und Japan bedeutsame Hersteller von Seidentextilien aller Art.