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Glencheck

Bild: Glencheck Karo Stoff Grün

Was versteht man unter Glencheck?

Neben der traditionellen, aus Schottland stammenden Musterung, versteht man unter Glencheck bzw. Rapport auch Muster im Allgemeinen, die der textilen Oberflächengestaltung dienen. Sie bilden ein flächendeckendes und sich wiederholendes Element, das durch Färben, Webart, Strickweise oder Bedrucken erzeugt wird. Beim Weben können Muster nicht nur durch farbliche Differenzen, sondern auch durch verschiedene Bindungsarten ausgestaltet werden. Glencheck bezeichnet also keine spezifische Stoff- oder Garnart, sondern eher eine Verarbeitungstechnik, die der Musterherstellung dient.

Die Herkunft von Glencheck

Der Begriff Glencheck stammt aus dem Englischen und steht für „Bergtal“ und im übertragenden Sinne für „Karo“. Glencheck ist eine traditionsreiche Musterung für Anzüge, Hemden, Krawatten und andere Oberbekleidungsstücke. Glencheck wird häufig mit dem Muster "Prince of Wales Check" verwechselt. Das originale Design stammt aus den schottischen Highlands unweit des berühmten Sees Loch Ness. Glencheck ist ein feines Karomuster, das in verschiedenen Farben ausgeführt wird. Verläuft über diesem Muster ein zweites kontrastfarbenes Karo, spricht man vom "Prince of Wales Check". Dieses Muster wurde für König Edward II. anfangs des 20. Jahrhunderts entwickelt. Allgemein eignet sich das Glencheckmuster für die Tagesbekleidung besser als für die Abendgarderobe. Bei der Ausführung der Karoarten kommt es vor allem auf den Kontrast an. Für sportliche Anlässe wird ein stärker ausgeprägter Kontrast gewählt. In Österreich sind Glencheck bzw. Prince of Wales Check auch als Esterhazy und in Frankreich als Prince de Galle bekannt.

Vergleich mit anderen Mustern

Bezeichnungen und Definitionen verschiedener Karomuster sind häufig uneinheitlich und variieren. Vielfach werden alle Kleinkaromuster unter Sammelbezeichnungen wie Pepita, Vichy und Hahnentritt zusammengefasst. Moderne Stoff- und Gewebelexika benutzen die bindungstechnische Konstruktion als Unterscheidungsmerkmal. Demnach umfasst Hahnentritt alle zweifarbigen Gewebe mit Leinwandbindung. Diese führt zu rechtwinkligen Auszügen im Gegensatz zu Vichy und Pepita, bei denen die Auszüge schräg bzw. diagonal verlaufen. Pepita, das nach der Künstlerin Josefa de la Oliva benannt ist, besteht zumeist aus kleinen zweifarbigen Karos. Im Unterschied zum Hahnentritt gibt es beim Pepitamuster zwischen den Karos diagonale Verbindungen. Pepita umfasst Rapportgrößen bis zu einem Zentimeter. Rapport- bzw. Glencheckgrößen über einem Zentimeter werden als Küchen- oder Blockkaro bezeichnet.